Rekordjahr bei Green IT

Die grüne Systemhaus-Revolution

13. März 2023, 10:30 Uhr | Martin Fryba
Green IT/Philip Franeta
Feiern das Geschäftsergebnis 2022 und freuen sich auf das Jubiläumsjahr 2023: das Green IT Team beim alljährlichen Kick-off-Meeting, in diesem Jahr in der Kinderglück-Halle in Holzwickede
© Green IT/Philip Franeta

Ganz schön mutig, 2013 auf das Thema Nachhaltigkeit zu setzen und sich Green IT zu nennen. Und heute? Aus sechs Mitarbeitern sind 240 an sieben Standorten geworden, die stolz sind auf Innovationen wie eine grüne Cloud.

Bäume pflanzen, CO2 kompensieren, energiesparende Tintenstrahldrucker verkaufen und vegetarische Kosten in der Kantine anbieten, das alles kann man machen, aber reicht das, um sich dezidiert als grünes Systemhaus im Markt zu positionieren? Vor zehn Jahren schüttelte man über Manager wie Jan Schriewer noch den Kopf und dachte: Wie könne man ein Systemhaus nur Green IT nennen? Heute bilanziert Gründungsmitglied und Chief Sales Officer Schriewer im zehnten Jahr: Rekordumsatz 2022 plus 15 Prozent bei knapp 54 Millionen Euro, aus sechs Mitarbeitern sind 240 geworden, sieben bundesweite Standorte, eine klimaneutrale Private-Cloud für den Mittelstand, deren Herzstück, das Rechenzentrum Windcores, sich im Turm der Windkraftanlage von Partner Westfalen Wind IT befindet.

Zehn Jahre nach der Gründung Green IT wird selbstverständlich über ESG oder CSR gesprochen, es gibt zahlreiche SaaS-Lösungen zur Ermittlung des ökologischen Fußandrucks von Firmen und Unternehmen haben im Kampf um rare Köpfe Vorteile, weil sie mehr als nur nachhaltig sind und sich grünen Technologien verschreiben: Sie treffen auf eine jüngere Nachwuchsgeneration, die am großen Ganzen mitarbeiten und Sinn in ihrer Tätigkeit finden will.

Die Idee, „Digitalisierung und Nachhaltigkeit miteinander verbinden“, wie Thomas Lesser, ebenfalls Gründungsmitglied und Managing Director bei Green IT, zurückblickt, war echte Pionierarbeit. Green IT hat erstaunlich robust die zahlreichen Krisen gemeistert, die jede für sich geeignet gewesen wäre, ein relativ junges Unternehmen zu beschädigen. „Corona-Pandemie, Krieg in der Ukraine, die Energiekrise und globale Lieferengpässe“, zählt CFO Florian Stäwen auf. „Wir leben in Zeiten zunehmender Unsicherheit. Umso stolzer sind wir gerade jetzt auf dieses herausragende Ergebnis“, sagt er.

Übernahmen
Irritieren ließen sich die Dortmunder durch keine noch so schwierige Phase geopolitischer Unsicherheiten. Anfang 2020 übernahm Green IT das Traditionshaus Kesper GmbH aus Hagen. Service- und Vertriebslinie zum Tor ins Sauerland wurde aufgestoßen und der nächste Expansionsschritt in Richtung Niederrhein mit dem neuen Standort Oberhausen gegangen. Das Printing- und Solution-Geschäft der Tuchenhagen Bürokommunikation in Hannover kam hinzu. Zwei Jahre später dann der Kauf des DMS-Spezialisten pcm aus Hagen. Aus der regionalen Green IT ist ein nationaler Player geworden. Man will in den kommenden Jahren weitere Standorte aufmachen und wohl auch weiter zukaufen. „Unser Herz schlägt für Dortmund, hier hat unsere Erfolgsgeschichte begonnen, hier sind wir verwurzelt. Gleichzeitig setzen wir unseren Expansionskurs auch in den kommenden zehn Jahren fort und verfolgen unsere Vision, Unternehmen in ganz Deutschland mit unseren nachhaltigen IT-Konzepten zu begeistern, mit Leidenschaft und ganz viel Herzblut", sagt Stäwen.

Wachstumstreiber „Zero Emission IT“
Der Fokus im Jubiläumsjahr liegt auf der strategischen Weiterentwicklung innovativer und nachhaltiger IT-Konzepte aus den Bereichen Managed IT und Print Services, Unified Communications, digitales Dokumentenmanagement sowie nachhaltige IT- und Cloud-Lösungen.

Der aktuelle Trend von „Zero Emission IT“ könnte tatsächlich Wachstumstreiber werden. Anders als erste Experimente der Hersteller, die zur Jahrtausendwende schon einmal mit dem Versprechen „Green IT“ für ihre grünen Produkte reüssieren wollten. Diese erste Welle in der IT-Branche dauerte nur kurz, der eigene Geldbeutel war den Kunden dann doch näher als zur Rettung des Klimas und der Umwelt beizutragen. Das ist in heutigen Zeiten von Green Deal und Milliarden schweren Subventionsplänen der EU und den USA anders.

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