Neuer Ärger um Dynamic Security

HP sperrt Drucker mit Fremdpatronen

17. Mai 2023, 14:04 Uhr | Lars Bube
© Ralf Geithe - AdobeStock

Nachdem sie ihre Nutzer bisher nur mit einer Warnmeldung zur Verwendung von Verbrauchsmaterial von Drittanbietern genervt hatten, verweigern einige Drucker von HP nach einem neuen Firmwareupdate nun komplett den Dienst, wenn sie fremde Patronen erkennen.

Seit HP vor sieben Jahren „Dynamic Security“ in Teilen seines Drucker-Portfolios eingeführt hat, sorgt das vermeintliche Feature in der Firmware immer wieder für Ärger im Handel und bei den Kunden. Offiziell soll es dazu dienen, die Geräte sicherer zu machen, in der Praxis kommt jedoch immer wieder der Verdacht auf, dass das nur ein Vorwand ist, um den Druck auf die Besitzer zu erhöhen, ausschließlich originale HP-Tinten und -Toner zu verwenden. Obwohl es sogar bereits entsprechende Sammelklagen und Schadenersatzzahlungen gab, hält HP an Dynamic Security fest und zieht die Schrauben nun sogar noch eine Stufe weiter an. Aktuell häufen sich im Internet und auch beim Fachhandel die Beschwerden von frustrierten Druckerbesitzern, deren Geräte nach dem jüngsten Firmwareupdate komplett die Arbeit verweigern. Stattdessen erscheint ihren Berichten zufolge im Display ein Hinweis, dass ein fremder Chip an den Kartuschen oder Patronen festgestellt wurde, weshalb diese von der Firmware blockiert werden.

Zwar waren ähnliche Hinweise auch zuvor schon aufgetaucht, allerdings hatten die Geräte dennoch weiterhin mit den fremden Patronen funktioniert. Die meisten der aktuellen Beschwerden kommen von Nutzern von OfficeJet-Tintenstrahl-Modellen wie dem OfficeJet Pro 6970, Officejet 6978 und OfficeJet 7740. Viele der Betroffenen berichten, dass die Stilllegung unmittelbar nach dem Update auftrat und meist Patronen betraf, die, abgesehen von der Warnmeldung, bislang problemlos funktioniert hatten. Ein Fall, auf den HP allerdings in vielen Bedienungsanleitungen und Hinweisen zur Dynamic Security explizit hinweist: „Updates können die Funktionalität und Features des Druckers optimieren, verbessern oder erweitern, vor Sicherheitsbedrohungen schützen und anderen Zwecken dienen. Aber diese Updates können auch die Nutzung von Cartridges im Drucker blockieren, die einen nicht von HP stammenden oder modifizierten Chip oder fremde Schaltkreise verwenden; auch solche Cartridges, die bis heute funktioniert haben.“

Es dürfte nicht allzu lange dauern, bis sich herausstellt, ob diese Vorwarnung ausreicht, um das Vorgehen juristisch abzusichern. Die bisherigen Gerichtsurteile und die Kritik der Verbraucherschützer zur Dynamic Security lassen das bezweifeln. Für das Image des Herstellers ist der widerkehrende Ärger durch den Zwang zum Kauf teurer Originaltinte in jedem Fall abträglich. Und auch der Handel ist vom regelmäßigen Ansturm frustrierter Kunden inzwischen leidlich genervt.


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